Berlinale 2021 | Frauen, die wir lieben

 

 

Zu Ehren des Internationalen Frauentags haben wir unsere Lieblingsfilmemacherinnen ausgewählt, die auf dem weltweit bekannten Filmfestival Berlinale ihre Filme präsentierten; und wir haben einige unserer Allzeit-Favoriten hinzugefügt.

 

 
 

Die Pandemie hat unser Leben aus vielen Winkeln getroffen und einige Dinge unmöglich gemacht. Darunter auch das lang erwartete Filmfestival Berlinale, das normalerweise in dieser Zeit in Berlin stattfindet. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte wird die 71. Ausgabe der Berlinale in eine Online- und eine Offline-Veranstaltung aufgeteilt.

Vom 1. bis zum 5. März startete das Festival mit einem Branchenevent, hauptsächlich für die Fachwelt und akkreditierte Pressevertreter. Wenn man nicht zu diesen gehört, muss man sich bis zum "Summer Special", wie es heißt, gedulden. Wenn es die Pandemiesituation zulässt, wird der Offline-Teil des Festivals mit einer Gala am 9. Juni beginnen, und dann ist auch das öffentliche Publikum an der Reihe, die Präsentationen zu genießen.

Zu bemerken ist auch, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals 5 von 15 Weltpremieren der diesjährigen Ausgabe von Frauen inszeniert wurden; im Vergleich zu 6 von 18 der letzten Ausgabe. Heute, zu Ehren des Internationalen Frauentags, haben wir beschlossen, unsere Lieblingsfilmemacherinnen der diesjährigen Berlinale auszuwählen; und aus allen Zeiten.

 
 
 
 
 

FILMSCHAFFENDE FRAUEN DER BERLINALE

MARIA SCHRADER

Maria ist eine deutsche Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Vielleicht bist du mit einigen ihrer Arbeiten vertraut, sie führte letztes Jahr bei dem Netflix-Hit Unorthodox Regie. Das Multitalent Maria hat in den vergangenen Ausgaben den Silbernen Bären für Schauspielerei gewonnen, und dieses Mal präsentiert sie: "Ich bin Dein Mensch". In ihrer Adaption der von Emma Braslavsky geschriebenen Erzählung beschreibt der Film die Geschichte von Alma, einer Wissenschaftlerin im Pergamonmuseum, die an einem außergewöhnlichen Experiment teilnimmt: Drei Wochen lang wird sie mit einem humanoiden Roboter zusammenleben, dessen künstliche Intelligenz sie glücklich machen soll.

CÈLINE SCIAMMA

Die französische Autorin und Regisseurin präsentiert in diesem Jahr "Petite Maman", einen Film, der die sich entwickelnden Facetten des Geschlechtsbegriffs und der Selbstfindung erforscht, vorgetragen aus der weiblichen Perspektive von Schiamma. Es ist die zweite Präsentation der Filmemacherin auf der Berlinale. Schiamma ist Feministin und Gründungsmitglied der Bewegung 5050 by 2020: eine Gruppe französischer Filmschaffender, die sich für Geschlechterparität in der Filmbranche einsetzt.

JOANA HADJITHOMAS

Die Filmemacherin und Künstlerin Joana Hadjithomas brachte ihren Co-Regisseur Khalil Joreige mit "Memory Box" zur diesjährigen Berlinale mit. Ihre Arbeit ist dafür bekannt, Verbindungen zwischen Film, Fotografie, Performance, Installation, Skulptur und Kino zu schaffen. "Memory Box" erforscht die Rolle der Erinnerung und speziell den emotionalen Prozess, der mit dem Trauma des Krieges verbunden ist.

 
 
 
 
 

Wenn du nicht bis zur Gala im Juni und dem Sommerfestival warten kannst, um einige dieser Vorführungen zu genießen, findest du vielleicht Inspiration in einem der Filme dieser Frauen. Hier ist eine Liste von Filmemacherinnen, die wir bewundern:

CATHY YAN

Cathy Yan ist eine chinesisch-amerikanische Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin. Du kennst sie vielleicht durch Filme wie "Dead Pigs" (2018) oder "Birds of Prey" (2020). Bevor sie in die Filmindustrie einstieg, war sie als Reporterin für Medien in den USA und in Japan tätig. Im jungen Alter von 33 ist sie die zweite Frau, die im Alleingang einen Superheldenfilm inszeniert.

LUCIA PUENZO

Lucia Puenzo ist eine argentinische Autorin, Drehbuchautorin und Filmregisseurin, die aus einer Oscar-prämierten Familie stammt. Von klein auf war sie eng mit dem Kino verbunden. Sie begann ihre Karriere als Drehbuchautorin, bis sie 2007 mit ihrem Film "XXY" als Regisseurin debütierte: ein Drama über einen intersexuellen Teenager, der sich mit dem Kampf um die Definition seiner sexuellen Identität auseinandersetzen muss. Neben ihrer Rolle als Regisseurin hat sie auch Romane geschrieben.

NAOMI KAWASE

Die japanische Regisseurin Naomi Kawase ist bekannt für ihre Dokumentarfilme: einer davon ist "Embrancing", in dem es um ihre Suche nach dem Vater geht, der sie verließ, ein anderer "Katatsumori", handelt von ihrer Großmutter, die sie als Kind großzog. Nach ihrem Abschluss an der Osaka School für Fotografie begann Naomi zu unterrichten, bevor sie sich dem Filmemachen zuwandte, insbesondere Dokumentarfilmen, die hauptsächlich auf ihrer, mitunter turbulenten, Lebenserfahrung beruhen.

 
 
 

TRAILER

Wir wissen, bis Juni ist es ist noch lange hin, und vielleicht seid ihr genauso neugierig wie wir auf die Filme, die Maria Schrader, Cèline Sciamma und Joana Hadjithomas auf der Berlinale präsentieren. Deshalb hier einige der Trailer, damit ihr schon mal einen ersten Einblick in die Filme bekommen könnt.

 

ICH BIN DEIN MENSCH (Maria Schrader)

 
 
 
 
 

MEMORY BOX (Joana Hadjithomas)

 
 
 
 
 

Wie schon erwähnt, war in diesem Jahr die Anzahl der Filme, die von Frauen präsentiert wurden, so groß wie nie zuvor auf der Berlinale. Und die Zahl der Frauen in der Filmindustrie ist gewachsen - im Jahr 2019 wurde ein historischer Rekord für Regisseurinnen in Hollywood verzeichnet. Trotzdem sind wir uns bewusst, dass das nicht genug ist, aber wir sind gespannt, was weitere Frauen in Zukunft auf die Beine stellen werden.

*Header-Foto © Richard Hübern

 

+ Words: Leila Salinas, Luxiders Magazine 

Journalist | Berlin-based 

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