15 Modemarken, die Stil und Wirkung neu definieren | Entdeckt auf der MOMAD Madrid

Von regenerativ angebauter Baumwolle und europäischem Flachs bis hin zu traditioneller Handwerkskunst und zirkulärem Design: Diese Marken stachen auf der MOMAD Madrid 2026 hervor, weil sie zeigen, dass Mode weit über Ästhetik hinaus Wert schaffen kann. Präsentiert wurden sie in der The Conscious Boutique (La Boutique Consciente) und stehen für eine neue Generation von Marken, die das Narrativ der Mode verändern. Heute lautet die entscheidende Frage nicht mehr, was wir kaufen, sondern welche Wirkung unsere Entscheidungen entfalten.

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Modemessen sind seit jeher Orte, an denen Einkäufer die Trends der kommenden Saison entdecken. Zunehmend entwickeln sie sich jedoch auch zu Plattformen, auf denen die bedeutendsten Ideen der Branche entstehen. Über Silhouetten und Farbpaletten hinaus zeigen die derzeit überzeugendsten Kollektionen neue Wege auf, Mode verantwortungsvoller zu produzieren, Materialien bewusster zu beschaffen und Designs nachhaltiger zu gestalten.

Die jüngste Ausgabe der MOMAD Madrid bestätigte diesen Wandel. Mit mehr als 200 Marken – davon 60 % aus Spanien – sowie internationalen Einkäufern aus Europa, Nordamerika, Lateinamerika, dem Nahen Osten und Asien festigte die Messe ihre Position als eine der führenden Fachveranstaltungen für Mode in Spanien. Zugleich verdeutlichte sie das wachsende Interesse an Innovation, Handwerkskunst und verantwortungsbewusster Produktion.

Anstatt Marken lediglich aufgrund ihrer Ästhetik auszuwählen, konzentrierten wir uns auf jene, die durch Materialien mit geringerer Umweltbelastung, regenerative Landwirtschaft, lokale Fertigung, handwerkliches Fachwissen, zirkuläres Design und transparente Lieferketten einen konkreten Beitrag zur Zukunft der Mode leisten.

Von in Europa angebautem Flachs und natürlich gefärbtem Denim aus regenerativem Anbau über Accessoires aus recyceltem Leder und eine mit erneuerbaren Energien betriebene Produktion bis hin zu über Generationen bewahrten traditionellen Textilien: Dies sind die fünfzehn Marken, die uns auf der MOMAD Madrid 2026 am meisten beeindruckt haben und die jeder Modeprofi im Blick haben sollte.

AÑINO REGINA MERINA
© AÑINO REGINA MERINA
© VALGUT & BAG
© Tintoremus
© Tintoremus

15 Marken mit positiver Wirkung

DANIEL CHONG

Der in Madrid entworfene und verantwortungsvoll in Portugal produzierte zeitgemäße Look von Daniel Chong steht für eine neue Generation spanischen Designs, in der sich Kreativität und Zirkularität gemeinsam weiterentwickeln. Das Modell aus 100 % Bio-Baumwolle wird durch den Mini-Rucksack Book Holder ergänzt, der vollständig in Spanien aus recycelten PET-Flaschen, recycelter Baumwolle und pflanzlich gegerbtem Leder gefertigt wird. Das Ergebnis ist eine Kollektion, die beweist, dass Funktionalität, moderne Ästhetik und verantwortungsvolle Materialbeschaffung mühelos miteinander vereinbar sind.

 

AÑINO REGINA MERINA

In einer von Innovation geprägten Saison erinnert uns Añino Regina Merina daran, dass wahrer Luxus häufig mit dem respektvollen Umgang mit dem beginnt, was bereits vorhanden ist. Das Hemd wird aus der Wolle einheimischer spanischer Merinoschafe gefertigt, in ihrem natürlichen, ungefärbten Farbton präsentiert und mit pflanzenbasierten Veredelungen, Garn aus Bio-Baumwolle und Kokosnussknöpfen vollendet. Die mithilfe von Solarenergie in Portugal produzierte Kollektion würdigt die biologische Vielfalt, das Tierwohl und den außergewöhnlichen Wert lokaler Wolltraditionen, die es zu bewahren gilt.

 

TINTOREMUS

Tintoremus präsentierte auf der MOMAD eines der überzeugendsten Beispiele für regeneratives Denken. Ein Hemd aus Bio-Baumwolle wird mit einer Jeans aus regenerativ angebauter Baumwolle kombiniert. Jedes Kleidungsstück wird mit natürlichem Indigo gefärbt, der in der Extremadura angebaut wird. Dort kontrolliert das Unternehmen den gesamten Prozess – vom Anbau der Persicaria tinctoria bis zur Gewinnung des Farbpigments. Das Ergebnis ist eine Lieferkette, die auf Transparenz und messbarer Umweltleistung basiert und im Vergleich zur konventionellen Denim-Produktion erhebliche Einsparungen beim Wasserverbrauch, bei den CO₂-Emissionen und beim Ressourceneinsatz erzielt. Auf der Bühne präsentierte Tintoremus ein T-Shirt aus Bio-Baumwolle, das in den RE-Dye-Anlagen von Tintoremus mit natürlichen Farbstoffen aufgefrischt wurde. Durch einen vollkommen individuellen Farbton erhielt das Kleidungsstück ein zweites Leben. Die Jeans aus regenerativ angebauter Baumwolle besteht aus Denim, der in Spanien mit dem innovativen Dry-Indigo-Verfahren gewebt wurde, das in Zusammenarbeit mit dem Textilpartner Tejidos Royo entwickelt wurde. Vervollständigt wird der Look durch eine ebenfalls aus Bio-Baumwolle gefertigte Jacke mit individuell gestalteten Details.

Die Kleidungsstücke werden verantwortungsvoll in Portugal und Tunesien gefertigt und unterstreichen damit das Engagement der Marke für eine produktionsnahe Fertigung innerhalb Europas.

 

The Conscious Boutique präsentiert Einkäufern und Besuchern eine kuratierte Auswahl an Kleidungsstücken, die aufgrund der Verwendung von Materialien mit geringerer Umweltbelastung, verantwortungsvollerer Produktionsverfahren, zirkulärer Innovationen, außergewöhnlicher Handwerkskunst, transparenter Lieferketten und ihrer positiven sozialen Wirkung ausgewählt wurden.

© Elemente Clemente
© Surkana

MONTOTO

Das seit 1956 in Familienbesitz befindliche Unternehmen Montoto zeigt, dass die lokale Fertigung nach wie vor zu den wertvollsten Stärken der Modebranche zählt. Die in Galicien produzierte Kollektion kombiniert 100 % Leinen mit zertifizierter Bio-Baumwolle, während die Strickwaren vollständig in den firmeneigenen Produktionsstätten aus GOTS-zertifizierten Garnen gefertigt werden. Sie ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie Handwerkskunst, regionale Nähe und Qualität modernen Luxus weiterhin prägen.

VALGUT & BAG

Anstatt einer endlosen Abfolge neuer Kollektionen nachzujagen, folgt Valgut & Bag der Philosophie des Slow Luxury. Jede Handtasche und jedes Lederbekleidungsstück wird in Spanien von Hand aus hochwertigen Lederüberschüssen von Luxusproduzenten gefertigt. So werden bereits vorhandene Materialien in limitierte Einzelstücke verwandelt, bei denen Handwerkskunst, Langlebigkeit und Exklusivität anstelle von Überfluss im Mittelpunkt stehen.

 

ELEMENTE CLEMENTE

Kaum ein Stoff verkörpert zeitlose Eleganz so sehr wie Leinen, und Elemente Clemente zeigt, dass Innovation häufig mit der Rückkehr zur Natur beginnt. Der monochrome Look wird vollständig aus European-Flax™-Leinen gefertigt, das nach der traditionellen Methode der Feldröste angebaut und verarbeitet wird. Damit bewahrt die Marke eine der ältesten Textiltraditionen Europas. Besonders überzeugend ist die Verbindung von Tradition und Technologie. Mineralische und pflanzenbasierte Pigmente, Digitaldruck sowie umweltschonende Veredelungsverfahren mithilfe von Sauerstoff und Solarenergie schaffen gemeinsam Kleidungsstücke, deren Herstellung den Wasserverbrauch drastisch reduziert. Dies gilt insbesondere für den Denim-Effekt-Druck der Marke, der lediglich rund 50 Liter Wasser benötigt – im Vergleich zu den mehreren Tausend Litern, die üblicherweise bei der konventionellen Denim-Produktion verbraucht werden.

 

FULMARIX

Manche Stoffe erzählen die Geschichte eines Ortes. Fulmarix lässt das traditionelle Şile-Tuch wieder aufleben, ein leichtes, atmungsaktives Baumwollgewebe von der türkischen Schwarzmeerküste. Die mit altehrwürdigen Verfahren hergestellte Kollektion bewahrt das handwerkliche Wissen zahlreicher Generationen und verbindet zurückhaltende Eleganz mit außergewöhnlichem Tragekomfort. Damit zeigt sie, dass die Bewahrung des textilen Erbes ebenso relevant sein kann wie die Entwicklung neuer Materialien.

 

 

© Fulmarix
© Ria Menorca
@ Soruka

SURKANA

Weiche Silhouetten treffen im fließenden Kleid von Surkana auf messbare Wirkung. Es wird aus LENZING™ ECOVERO™ Viskose gefertigt. Der aus zertifiziertem Holzzellstoff hergestellte Stoff benötigt bei der Produktion deutlich weniger Wasser und verursacht weniger CO₂-Emissionen als herkömmliche Viskose. Damit bietet er eine verantwortungsvollere Alternative, ohne Abstriche bei fließendem Fall oder Tragekomfort zu machen. Das Kleid zeigt, dass unkomplizierte Alltagsmode zugleich vom Wald bis zum fertigen Kleidungsstück vollständig rückverfolgbar sein kann.

 

CMS LOVE

CMS Love entwirft und fertigt ausschließlich in Córdoba und zeigt damit, dass lokale Produktion weit mehr bedeutet als geografische Nähe. Die Marke arbeitet zu 100 % mit erneuerbaren Energien, hält ihre Lieferkette in der Region, reduziert Transportwege und behält zugleich die vollständige Kontrolle über die Produktion. Ihre fließenden Kleidungsstücke aus Viskose verkörpern eine zurückhaltende, zeitgemäße Eleganz, die auf verantwortungsvoller Fertigung beruht.

 

PILAR DEL CAMPO

Jede Jacke von Pilar del Campo ist ein Unikat. Die Stücke werden in Madrid von Hand aus Schaffell und mongolischem Ziegenhaar gefertigt, die als Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie anfallen. Jedes einzelne spiegelt unzählige Stunden handwerklicher Arbeit wider. Es ist Mode, die als sammelwürdige Handwerkskunst gedacht ist und bei der Langlebigkeit und Individualität Vorrang vor der Massenproduktion haben.

 

WOUF

Das in Barcelona ansässige Unternehmen WOUF beherrscht die Balance zwischen Funktionalität und ökologischer Verantwortung. Die Accessoires werden aus recycelten Stoffen und Bio-Baumwolle gefertigt, die nach den Standards GRS und GOTS zertifiziert sind. OEKO-TEX®-zertifizierte Druckfarben, FSC-zertifizierte Papieretiketten und Schutzhüllen, die vollständig aus recyceltem Kunststoff bestehen, runden sie ab. Jedes Detail spiegelt einen ganzheitlichen Ansatz für verantwortungsbewusstes Design wider.

 

SORUKA

Soruka verwandelt Lederabfälle in farbenfrohe Accessoires, die ihre eigene Geschichte erzählen. Jede Tasche wird in Indien von Hand aus wiederverwerteten Lederresten gefertigt und ist ein Unikat. Dadurch wird die Lebensdauer wertvoller Materialien verlängert, die andernfalls als Abfall enden würden. Mit zirkulärem Design und fairer Produktion beweist die Marke, dass Kreativität eines der wirkungsvollsten Mittel sein kann, um den ökologischen Fußabdruck der Mode zu verringern.

 

RIA MENORCA

Innovation verbirgt sich manchmal unter unseren Füßen. RIA Menorca verarbeitet recyceltes Reifengummi in den Sohlen seiner Schuhe und schenkt damit einem der weltweit problematischsten Abfallstoffe ein zweites Leben. Die vollständig in Spanien gefertigte und von SIGNUS zertifizierte Kollektion verbindet mediterrane Handwerkskunst mit praxisnahen zirkulären Lösungen, die die Abhängigkeit von neuen Rohstoffen verringern.

 

FABIOLAS

Fabiolas ist fest in La Rioja verwurzelt und führt Spaniens lange Tradition der Espadrilles-Herstellung fort, während die Marke zugleich auf natürliche Materialien und lokale Fertigung setzt. Naturkautschuk, Jute, Kork und Canvas aus Better-Cotton-Baumwolle werden zu Schuhen verarbeitet, die vollständig in derselben Region hergestellt werden. So zeigt die Marke, dass regionale Nähe nach wie vor zu den wirksamsten Möglichkeiten zählt, die Umweltbelastung zu reduzieren und zugleich das traditionelle Schuhmacherhandwerk zu bewahren.

@ CMS Love
@ Fabiolas
© Fabiolas

Highlight Image:
© Wouf

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