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Copenhagen Fashion Week 2026 | Warum Handwerkskunst und menschliche Verbundenheit wichtiger sind denn je

 

Bei der Jubiläumsausgabe zum 20-jährigen Bestehen der Copenhagen Fashion Week standen Themen wie Haptik, emotionale Beständigkeit und die menschliche Erfahrung im Mittelpunkt. Die Marken präsentierten Kollektionen, die ursprünglich, persönlich und einfühlsam wirkten und die in den Gesprächen und Shows behandelten Ideen und Fragestellungen unterstrichen. Viele Präsentationen wurden von Live-Musik und Spoken-Word-Poesie begleitet. Haptische Elemente wie Sand und Steinformationen umgaben die Kollektionen, während vom Wind zerzauste Models barfuß an den Kanälen Kopenhagens entlangliefen – als Ausdruck des Bedürfnisses, eine Verbindung zur Welt um uns herum unmittelbar zu erleben.

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Die Gesprächsreihe brachte Vertreterinnen und Vertreter der Branche zusammen, um über den Wandel in der Modeindustrie zu diskutieren. Hillary Taymour, Gründerin von Collina Strada, sprach über die Bedeutung des Wissensaustauschs. In einer Podiumsdiskussion zum Thema Handwerk setzten sich die Teilnehmenden mit Handwerk als kulturellem Erbe auseinander und erörterten, wie es zur Wiederherstellung und Erneuerung beitragen kann – mit dem Ziel, Gemeinschaften nachhaltig zu stärken, statt lediglich ihren gegenwärtigen Zustand zu erhalten.

Die Diskussionsteilnehmenden sprachen über die jüngste Renaissance handwerklicher Fertigkeiten, die sowohl auf der von Omoyemi Akerele gegründeten Lagos Fashion Week als auch in der Arbeit von Madhu Vaishnav mit Saheli Women sichtbar wird. Im weiteren Verlauf ging es darum, wie Handwerk eine emotionale Verbindung zu unserer Kleidung schaffen kann: Wenn wir die Menschen und ihre Fertigkeiten hinter der Herstellung kennen, entwickeln wir eine stärkere Bindung zu den Kleidungsstücken und verlängern durch diese emotionale Beständigkeit deren Lebensdauer. Handwerk zu bewahren ist nicht nur wichtig, um textiles Wissen lebendig zu halten, sondern auch, um unsere Beziehung zu unserer Kleidung zu erhalten. In einer Diskussion über Modemedien wurde der Wert hochwertiger, seltener und wertvoller Perspektiven hervorgehoben – ebenso wie die zunehmende Bedeutung eigenständigen Denkens. Diese Gespräche verdeutlichten, wie aktuell und relevant menschliche Kreativität, Mitwirkung und handwerkliche Fähigkeiten gerade heute in der Modeindustrie sind.

Im weiteren Verlauf ging es darum, wie Handwerk eine emotionale Verbindung zu unserer Kleidung schaffen kann: Wenn wir die Menschen und ihre Fertigkeiten hinter der Herstellung kennen, entwickeln wir eine stärkere Bindung zu den Kleidungsstücken und verlängern durch diese emotionale Beständigkeit deren Lebensdauer.

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Heilige Ökologien von Iamisigo

Die Frühjahr-/Sommerkollektion 2027 „Sacred Ecologies“ von Iamisigo erforscht, wie Objekte Wissen bewahren und Menschen dieses weitertragen. Dieses Konzept nimmt durch den Einsatz einheimischer, lokal verfügbarer Materialien und traditioneller Techniken Gestalt an. Designerin Bubu Ogisi versteht sich selbst eher als Faserkünstlerin denn als Modedesignerin – ein Selbstverständnis, das Materialien, Kunst und Spiritualität in den Mittelpunkt ihres Schaffens rückt. Die Kollektion nutzt den Körper als Leinwand und konzentriert sich auf Kleidungsstücke, die als lebendige Zeugnisse überlieferten textilen Wissens dienen.

Indem Ogisi sich zwischen verschiedenen Orten bewegt, beobachtet sie, wie sich handwerkliche Prozesse und Denkweisen weiterentwickeln. Die Materialien stammen aus unterschiedlichen Regionen Afrikas: Bananenfasern aus Uganda, Baumwolle und Holzperlen aus Nigeria, Sisal aus Tansania sowie recyceltes Glas und natürliche Farbstoffe aus Kenia. Materialreste werden wieder in die Kleidungsstücke eingearbeitet; selbst auf dem Webstuhl verbliebenes Garn findet in Häkelarbeiten eine neue Verwendung. Der Herstellungsprozess wird eher als Ritual denn als industrielle Produktion verstanden, wobei die Materialien zum Träger von Weltanschauungen werden. Sie bewahren die Spuren der Zeit, die ihre Verarbeitung erforderte, und der Hände, die an ihrer Entstehung beteiligt waren.

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Bubu Ogisis Kollektion nutzt den Körper als Leinwand und konzentriert sich auf Kleidungsstücke, die als lebendige Zeugnisse überlieferten textilen Wissens dienen.

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Schneiderkunst und Workwear von Rene

Renes Fokus auf geschlechtsneutrale Schneiderkunst und Workwear bot eine ideale Grundlage, um sich mit dem Konzept maritimer Gemeinschaften in den nordischen Ländern auseinanderzusetzen. Bei Renes Laufstegdebüt auf der Copenhagen Fashion Week zeigte sich die Verbindung zur Seefahrtskultur in Stoffkonstruktionen, die an Segel erinnerten: mit Kordelzügen und Knöpfen aufgetakelt und für stärkere Beanspruchung mit Flicken verstärkt. Funktionale Details verleihen der Kollektion eine praktische Note und knüpfen an die Kleidung von Fischern und Seeleuten an. Zu sehen waren Seide mit kieselartiger Struktur und Stoffe, die an vom Wellengang abgeschliffene Steine erinnerten, die mit der Zeit immer glatter und glänzender werden. Perlmuttfarbene Nuancen zierten seidigere Textilien, während sich abgenutzte Nadelstreifen auf trocken-griffigem Leinen abzeichneten. Accessoires aus Seilen unterstrichen die Beziehung des Menschen zum Meer. Die kreativen Köpfe hinter der Kollektion, Jens Skov Østergaard und Kridipat Østergaard, bringen ihre jeweils eigene kulturelle Perspektive ein und verbinden dänische Traditionen und Textilmaterialien mit asiatischer Handwerkskunst und Erzählkultur – etwa mit der thailändischen Tradition des Flechtens von Fischen, die Glück bringen sollen.

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Bei Renes Laufstegdebüt auf der Copenhagen Fashion Week zeigte sich die Verbindung zur Seefahrtskultur in Stoffkonstruktionen, die an Segel erinnerten: mit Kordelzügen und Knöpfen aufgetakelt und für stärkere Beanspruchung mit Flicken verstärkt.

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Text: Jennie Barck
Jennie Barck ist freiberufliche Autorin und Expertin für Nachhaltigkeitskommunikation. Ihre Schwerpunkte liegen auf Material- und Faserkunde, Rückverfolgbarkeit und Produktionsprozessen. Ihre Arbeiten finden Sie unter https://themakerjournal.substack.com/.

Alle Bilder: © Bea Vanhala

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