Im kreativen Kosmos von Valeryia Simantovskaya
Valeryia Simantovskaya ist eine in Jerewan, Armenien, lebende Malerin und Illustratorin, die ihren Fokus in den vergangenen sieben Jahren auf digitale Illustration gelegt hat. Klare Linien, geometrische Formen und eine reduzierte Farbpalette prägen ihre Arbeit.
Als Kind konnte sich Valeryia Simantovskaya problemlos beschäftigen, solange ein Bleistift und etwas Papier in der Nähe waren. Sie schuf ständig Neues und experimentierte mit improvisierten Materialien. Schon früh entwickelte sich dieses Interesse am Zeichnen zu einer Leidenschaft für Kunst, und Simantovskaya wusste bald, dass ihr Lebensweg in irgendeiner Form kreativ sein würde. Nach Gesprächen mit ihren Eltern entschied sich Simantovskaya aus praktischen Gründen für ein Architekturstudium. Doch als sie in ihr drittes und letztes Studienjahr kam, merkte sie schließlich, dass ihre Liebe zur Architektur nicht so stark war wie ihre Leidenschaft für die Kunst. Da das Studium fast abgeschlossen war, entschied sich Simantovskaya, es dennoch zu beenden, versuchte sich aber gleichzeitig in der Illustration. Eine Entscheidung, die ihre spätere Karriere prägen sollte.
Auch wenn der Weg der Architektur für Valeryia nicht der richtige war, wurde die Ausbildung, die sie in diesem Bereich erhielt, für die prägenden Merkmale ihrer Illustrationsarbeit wertvoll. Sie nahm Elemente daraus auf und übertrug sie auf ihren künstlerischen Stil.
„Geometrische Formen, klare Linien, eine zurückhaltende Farbpalette, all das ist, wie ich glaube, von meiner Studienzeit an der Universität inspiriert.“



Auch die Modebranche war eine Inspiration für die künstlerische Richtung von Simantovskaya. Seit ihrer Jugend schaut sie Modenschauen und liest Modemagazine, wobei ihr besonderes Interesse weniger der gezeigten Kleidung als den Models gilt. Simantovskaya erklärt, dass sie die ungewöhnlichen Posen und die kühlen, strengen Gesichtsausdrücke der Modewelt faszinieren. Mit der Zeit spiegelte sich dies in ihrer Arbeit wider, in Form minimalistischer Illustrationen gesichtsloser Figuren.
Abgesehen davon entwickelt sich ihr künstlerischer Stil ständig weiter, verändert sich und passt sich den Einflüssen um sie herum an. Ob sie zeitgenössische Künstlerinnen, Künstler und Illustratorinnen beobachtet, klassische Kunstwerke betrachtet und versucht, sie in einen modernen Kontext zu setzen, oder Filme und Modenschauen anschaut: Der endlose Strom visueller Informationen ist ein wesentlicher Teil ihres kreativen Prozesses. Ideen können Simantovskaya überall und jederzeit treffen, und eine Illustration kann auf unterschiedliche Weise entstehen. Manchmal hat sie einen konkreten Bezugspunkt. In seltenen Fällen kommen ihr Ideen jedoch beim Einschlafen, was zu schlaflosen Nächten führen kann, in denen sie diese ersten Gedanken auf Papier überträgt.
„Es gab Momente, in denen ich ins Bett ging und mir plötzlich eine Idee kam.“





Simantovskaya fühlt sich vom Geheimnis angezogen und lässt die Kunst lieber selbst den Weg weisen, während sich ihre Bedeutung nach und nach offenbart. Dennoch gibt es Themen, die in ihrer Arbeit immer wieder auftauchen. Obwohl dies oft unbeabsichtigt geschieht, haben die meisten Illustrationen von Simantovskaya eines gemeinsam: den Fokus auf den Menschen und seine Natur. Auch wenn zu Beginn eines Werks nicht immer eine bestimmte Botschaft oder ein konkretes Thema geplant ist, zeigt sich die Faszination der Künstlerin für Gesellschaften und Räume, in denen sich Menschen wiederfinden, ganz natürlich in den fertigen Illustrationen.
Was kommt als Nächstes für Valeryia Simantovskaya?
Nachdem Valeryia Simantovskaya eine lange Pause von der Malerei auf Leinwand eingelegt und hauptsächlich digital gearbeitet hat, ist sie nun bereit, in eine neue Phase ihrer beruflichen Laufbahn einzutreten. Ihr Fokus verschiebt sich zurück zur Malerei, um ihren Ideen und Bildern eine physische Hülle zu geben. Obwohl sie die praktische Seite digitaler Kunst für ihre Arbeit anerkennt, die es ihr ermöglicht, von überall aus zu schaffen, ohne Materialkosten, beschreibt Simantovskaya zugleich eine tiefe Wertschätzung für die taktile Verbindung, die beim Schaffen eines physischen Gemäldes entsteht.
„Der Prozess des Malens hat etwas unerklärlich Magisches und Meditatives. Das Endergebnis nimmt seine ganz eigene Form an. Es entsteht eine Art taktile Verbindung zum Werk.“




Vor Kurzem hat sie ihre Experimente mit Öl- und Acrylfarben wieder aufgenommen, voller Hoffnung auf den Weg, den dies für ihre zukünftige künstlerische Identität eröffnen wird.
Text:
EMILY NICHOLAS
Alle Bilder:
© Courtesy of Valeryia Simantovskaya
